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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 16:9 - neu encoden ohne Balken


TJF
13.01.2004, 17:25
Hallo,

gibt es eigentlich eine Möglichkeit ein 16:9 *.mpg - bei Beschneidung der beiden Seiten - neu zu encoden und zwar ohne schwarze Rahmen? Also nur den Center?

Vielen Dank und viele Grüße
Thomas

TheHorse
13.01.2004, 18:26
Anstellen kannst du mit Crop- und Resize-Filtern alles nur Erdenkliche an Abschnipseln und Ausschnittsvergrößerung (z.B. über Virtual Dub- oder Avisynth-Filter, manchmal haben die Coder-Progs auch schon solche Cropper/Resizer drin.)

Da die meisten Abspulgeräte (DVB oder DVD) aber Pan & Scan-Einstellungen haben, würde ich denen das Abschneiden der Seiten überlassen (Pillar-Modus oder Center o.ä.). Wenn ein Player das nicht macht und du hast einen 4:3-TV, dann bleibt allerdings oft nur letterbox übrig.

Neukoden hat halt immer irgendwie gewisse Verluste. Ob sich der Aufwand lohnt und man das toleriert, muss man selber entscheiden.

TJF
13.01.2004, 18:52
1000 undeinen Dank!

Viele Grüße
Thomas

RchdSchmidt
13.02.2004, 11:07
Da stimme ich zu, daß Neucodieren immer die Bildqualität verschlechtert, vor allem, wenn das Original direkt mit DVB-Karte aufgenommen wurde.
Die Fernsehsender senden 16:9 auf verschiedene Weise:
einige z.B. die Privaten, aber auch fast alle Dritten Programme außer dem Bayerischen, senden im echten Schmalspurformat, dh. im Format 4:3 mit zum Bild gehörenden schwarzen Balken.
ZDF, 3Sat, ARD und das Bayerische Fernsehen senden meistens echtes 16:9. Dabei verteilt sich die kleinere Höhe auf alle 576 Zeilen des übertragenen Bilds. Dazu wird eine Information verschickt, daß das Bild bei der Wiedergabe vertikal gestaucht werden muß.
Dann kann man mit IfoEdit die Ifo-Dateien so einstellen, daß das Bild im Format 16:9 wiedergegeben werden soll, manchmal muß man allerdings auch die Vob-Dateien mit dem DVDPatcher auf 16:9 einstellen.
Es ist zu befürchten, daß sich mit dem Erfolg der Flüssigkristallfernseher auch das 16:9-Format durchsetzt. Dann kann man die in echtem 16:9 aufgenommenen Filme im Originalformat und ohne Qualitätsverlust wiedergeben. Das hat auch seine Vorteile, und deshalb sollte man sich das Umcodieren gut überlegen.
Richard Schmidt.

RoBernd
18.02.2004, 18:49
Hi RchdSchmidt,
ich möchte dir auf keinen Fall zu nahe treten. Ich gehöre zu den Leuten die immer auf der Jagt nach dem besseren Bild sind. Deshalb meine etwas andere Darstellung:

Der Sinn der 16:9 Kennung ist eigentlich nicht, das Bild vertikal zu stauchen sondern horizontal zu dehnen.

Ich befürchte nicht, dass sich das (echte) 16:9 durchsetzt. Ich warte ungeduldig, dass es endlich so weit ist.
Damit tun sich die TV-Sender allerdings schwer, weil sie nicht die nötige Datenrate dafür zur Verfügung stellen. Dafür verteilen sie die eigentlich im Überfluss vorhandene Übertragungskapazität auf viele unnütze Sendekanäle. Der NDR z.B. auf mehrere fast identische Programme. Die Privaten auf Privat-A, Privat-D, Privat-CH. Auch Premiere, Das Erste und ZDF senden Zusatzkanäle, die eigentlich nur Wiederholungskanäle sind.

Dann kann man die in echtem 16:9 aufgenommenen Filme im Originalformat und ohne Qualitätsverlust wiedergeben. Das muss eigentlich heißen "Dann könnte man ..." Leider werden die Filme trotz echtem 16:9 mit schlechter Qualität gesendet. Selbst wenn man nur einen 16:9-Röhren-TV hat, nervt es, wenn um eine bewegte Person ein flimmernder Rand mitmarschiert. Auch den gibt es nur wegen der Gaiz-ist-Gail-Mentalität. Bei einem größeren Bild sieht man es noch deutlicher.
Nein, der Rand ist kein typischer MPEG-Artefakt (wie oft behauptet wird). Bei höherer Datenrate ist er verschwunden.

TheHorse
18.02.2004, 19:40
16:9 hat dort einen Sinn, wo tatsächlich hochwertiges 16:9-Material vorliegt (Filmabtaster, Studiokamera oder vergleichbares Equipment) und an Bitrate nicht gespart wird. Lustig sind z.B die analog empfangenen und dann per Abtastung gedehnten Zuspielungen der dritten Programme zum Playoutcenter (z.B. BR3), wo man dann außer dem stark rauschenden Bild auch noch die Fischchen des Analogempfangs drin hat. Das Ganze natürlich auf 16:9 hochgedehnt.

Welche Blüten die 16:9-Manie treiben kann, sieht man an der BBC. Dort ist ja praktisch alles 16:9 (außer wenigen alten Serien). Wenn dann eine Nachrichtenzuspielung aus Moskau in 4:3 kommt, wird die Einspielung künstlich formatfüllend aufgezoomt, bis es nur noch rauscht. Das Gleiche wird gnadenlos mit alten Schwarzweiß-Dokumentationen aus der Gründerzeit des Films gemacht, wo es kein "Cinemascope" gab.

Und bevor wir uns auf HDTV stürzen: ich meine, im guten alten DVB wären noch so viele Reserven drin, dass wir staunen würden, wie gut die Qualität sein könnte, wenn die Bitrate etwas höher läge. Da wird eine vorhandene Technologie unzureichend genutzt, man redet uns aber ein: "Mit HDTV wird's dann wirklich endlich besser." Man sollte das Vorhandene besser ausnutzen!

RoBernd
19.02.2004, 16:34
Hi TheHorse,
da hast du ein ganz heikles Thema angeschnitten. Obwohl es hier eigentlich nicht hingehört, Grund genug, noch einmal nachzusetzten :)

Standard DVB vollbrächte tatsächlich Wunder, wenn man es nur ließe. Wenn man also den (Daten-)Hahn weiter aufdrehen würde. Vielleicht müsste man auch über die Arbeitsweise der DVB MPEG-Encoder mal nachdenken. Bei eigenen Videos ist es selbstverständlich, dass sich die Art der erzeugten Bilder (I-, P-, B-Frames) nach dem Bildschnitt richtet (I-Frame nach jedem Schnitt). Das ignorieren die DVB-Encoder völlig.

Ich gehöre zu denen, die sich auch immer über die schlechte Qualität von DVDs das Maul zerreißen. Der Vergleich drängt sich regelrecht auf: Hier meine origialen DV-Bänder aus dem Urlaub, dort die daraus entstandene DVD. Der Unterschied ist durchaus sichtbar. Je größer der Bildschirm ist, desto besser. Aktuelles DVB fällt hier natürlich total durch.

Inzwischen habe ich einen zweiten Weg zur wirklich guten DVD entdeckt:
Man zeichne HDTV von Euro1080 auf und wandle es mit höchst möglicher Qualität zur Standard-DVD. Weil ich kein brauchbares Gerät zur HDTV-Wiedergabe besitze, kann ich so im Wohnzimmer wenigstens einen Teil der Qualität genießen. Es ist beachtenswert, was so erreichbar ist. Es liegen Welten Zwischen dem, was uns die TV-Sender bieten und dem was möglich ist!

Und was liegt zwischen der "wirklich guten" DVD und HDTV? Da liegen ebenfalls Welten. Nach meiner Überzeugung deutlich mehr als beim ersten Schritt (DVB --> gute DVD). Vergleichbare "WOW"-Erlebnisse hatte ich in meinem Leben nur zweimal. Mit meiner ersten CD und mit meiner ersten DV-Aufnahme (im Vergleich zu VHS). Dabei gibt es HDTV nur auf meinem Computer-Monitor, und das auch noch mit technischen Schwächen.
"Hier kann man ja die Blumen sehen!" war der Kommentar meiner Frau zur HDTV-Version des Neujahrskonzertes in Wien. Sie hatte vorher die normale Sendung gesehen.

Der Unterschied zwischen HD- und Normal-TV liegt auch an der unterschiedlichen Kameraführung. Die Bildwinkel sind größer und das Bild enthält mehr Details, die beim Normalbild zu einer Soße verschwimmen. Bei HDTV starren die Augen nicht länger auf die Bildmitte. Sie gehen im Bild spazieren, ähnlich wie im Kino. Und das müssen sie auch, dafür muss ihnen der Regisseur Zeit lassen. Das bei Popmusiksendungen übliche Stroboskopgeblitze vertrage ich zumindest nicht in HDTV.

Die bisherigen HDTV-Sendungen laufen mit konstanten Datenraten zwischen 15 und 20 MBit/sec. Wenn sich das Verfahren eines Tages durchsetzt, wird wahrscheinlich auch hier gegeizt. Der Dumme ist dann wieder der Zuschauer :(

TheHorse
19.02.2004, 18:48
Obwohl es hier eigentlich nicht hingehört,Richtig. Ändern können wir ja sowieso nichts.